Hier findet Ihr ein paar Kurzbeschreibungen der verschiedenen Arten der Malawisee Buntbarsche. Natürlich ist die jeweilige Beschreibung nicht abschliessend. Solltet Ihr noch die eine oder andere Information zur Verfügung stellen wollen, so könnt Ihr uns eine entsprechende Nachricht zukommen lassen. Überwiegende Quelle der hier aufgeführten Informationen ist die Online-Enzyklopedie WIKIPEDIA. Im Allgemeinen kann festgehalten werden, dass Malawibewohner eine Temperatur von 24-26 C und einen pH-Wert zwischen 7 - 8,5 gewohnt sind.

Sciaenochromis

Die Buntbarsche der Gattung Sciaenochromis leben endemisch im Malawisee in Ostafrika. Sie leben räuberisch von kleineren Fischen, wie den pflanzenfressenden Mbuna, sind aber nicht, wie diese an das Felsbiotop des Sees gebunden. Die Fische werden 11,5 bis 20 Zentimeter lang. Männliche Sciaenochromis sind leuchtend blau gefärbt, während die Weibchen eine schlichtere Farbe haben.

Wegen der schönen Farben sind sie beliebte Aquarienfische. Sie sollten nur in großen Aquarien gehalten werden und benötigen, wie alle Buntbarsche aus dem Malawisee, hartes Wasser und einen pH-Wert von 7,5 bis 8,5. Auch diese Fische sind Maulbrüter.

Aulonocara

Aulonocara-Arten werden zwischen 8 und 18 Zentimeter lang. Sie haben eine typische Barschgestalt mit kompaktem Körper und bulligem, spitzmäuligen Kopf. Die dominierenden Körperfarben sind blau und gelb. Für die Gattung sind viele kleine Sinnesporen am Hinterkopf charakteristisch, die ähnlich der Seitenlinie Druckreize wahrnehmen können und zur Orientierung und der Nahrungssuche dienen. Die Nahrung wird im sandigen Bodengrund gesucht. Sie sind Allesfresser. Von Flockenfutter über weiße Mückenlarven bis hin zur Salatgurke wird alles verspeist. Auf Überfütterung und Verfettung der Tiere ist zu achten! Alle Aulonocara-Arten sind Maulbrüter und pflanzen sich im Felslitoral des Malawisees fort, wo die Männchen Reviere bilden in derem Zentrum eine Höhle liegt. Die Eier sind dotterreich, die Jungfische schlüpfen bei Wassertemperaturen von 28-29°C nach 17 bis 19 Tagen. ACHTUNG: Unter Aquarienbedingungen hybridisieren alle Arten miteinander, werden verschiedene Aulonocara-Arten in einem Becken gehalten.

 

Pseudotropheus (Mbuna)

Pseudotropheus-Arten werden 6 bis 16,5 Zentimeter lang. Oft ist ein deutlicher Geschlechtsdimorphismus vorhanden.  Bei Pseudotropheus williamsi steht die Mundspalte bei geschlossenem Maul parallel zur Linie zwischen der Schnauzenspitze und der Schwanzwurzel. Hinsichtlich Körper- und Kopfform, Größe und Ernährung unterscheiden sich die einzelnen Arten erheblich. Pseudotropheus ist eng mit der Gattung Melanochromis verwandt. Wie diese haben alle Pseudotropheus-Arten größere, zweispitzige, äußere Kieferzähne, während die inneren Kieferzähne klein und dreispitzig sind. Die Schlundzähne sind sehr klein und dicht zusammenstehend. Verglichen mit Melanochromis sind die Schlundzähne von Pseudotropheus zahlreicher und kleiner

Pseudotropheus-Arten sind ovophile Maulbrüter. Das Männchen beteiligt sich nicht an der Brutpflege (Mutterfamilie). Männchen sind standorttreu und bilden Reviere, die sie gegenüber männlichen Artgenossen und artfremden Buntbarschen verteidigen. Vorbeischwimmende Weibchen werden angelockt. Kommt es zur Paarung, so werden die Eier meist einzeln oder in kleinen „Portionen“ (2-3 Eier) in einer Bodenmulde oder einem flachen Stein abgelegt und sofort danach vom Weibchen ins Maul genommen. Beim Schnappen nach den gelben Eiatrappen auf der Afterflosse des Männchens werden die Eier befruchtet. Die Anzahl der Eier ist von der Größe und dem Alter der Weibchen abhängig und liegt zwischen 20 und 110. Maulbrütende Weibchen verlassen die Reviere der Männchen und suchen im Felslitoral Schutz. Die Jungfische schlüpfen nach 16 bis 26 Tagen. Größere Jungfische besitzen die Farbe der Weibchen, die männlichen färben sich mit der Geschlechtsreife um.

Hinsichtlich der Nahrung ist festzuhalten, dass diese Arten "Pflanzenfresser" sind, allerdings werden tierische Proteine nicht verschmäht. Dies sollte man beachten, wenn mnn diese Art zusammen mit "Fleischfressern" hält. Sie sollte nicht zu viel "Fleisch" abbekommen bzw zu oft damit gefüttert werden, da dies von den Tieren auf Dauer nur schlecht vertragen wird.

 

Labidochromis caeruleus "yellow"

Labidochromis caeruleus ist eine Art der Cichlidae. Sie wurde 1956 von Fryer beschrieben. Seit 1980 wird er als Zierfisch exportiert und gilt als nicht gefährdet. Diese Art lebt endemisch im nördlichen Teil des Malawisees, in Ostafrika, insbesondere ist sie in der Küstenregion von Lion's Cove und Nkatha Bay beheimatet. Die Fische leben in einer Wassertiefe von 10–40 m in felsiger Umgebung mit Sandboden, wo sie natürliche Verstecke und geeignete Laichplätze finden. Sie werden zu den Felsencichliden oder Mbuna zugerechnet und so von Arten abgegrenzt, die im offenen Wasser zu Hause sind.

Labidochromis caeruleus weist eine typische Buntbarschgestalt auf, mit einem gestreckten, seitlich abgeflachten Rumpf. Sein Maul ist klein, verhältnismäßig spitz und endständig. Die bei der Erstbeschreibung beschriebene Population ist weißlichblau und besitzt sechs schwach sichtbare, senkrechte Körperbinden. Die Oberkante der Rückenflosse ist weiß, darunter befindet sich ein schwarzes Band. Die untere Hälfte der Afterflosse ist schwarz und weist ein bis zwei kleine gelbe Eiflecke auf. Die Bauchflossen sind schwarz mit weißem Vorderrand. Die vorwiegend in Aquarien gehaltene Farbvariante ist zitronengelb mit tiefschwarzen Rücken-, Brust- und Afterflossen. Sie wird auch „Labidochromis Yellow“, Gelber oder „Goldener Labidochromis“ genannt

Männchen und Weibchen sind monomorph, also nicht oder nur schwer zu unterscheiden. Die Färbung der Brustflossen ist bei den Weibchen häufig etwas heller oder ganz gelb, auch bleiben die ausgewachsenen Weibchen in der Regel etwas kleiner als die Männchen, deren Größe in freier Wildbahn etwa 9 cm, im Aquarium 8-12 cm, maximal 15 cm beträgt. Männchen haben an Rücken-u. Brustflossen schwarze Ränder sowie bei Erregung (Balzen) einen diagonalen schwaren Strich im Auge.

Wie alle Labidochromis sind die Labidochromis caeruleus Maulbrüter, wobei das Weibchen die Brutpflege übernimmt. Zur Paarung bereitet das Männchen eine kleine Grube im Sand vor, wo die Eiablage stattfindet. Direkt danach nimmt das Weibchen zusammen mit den Eiern den Samen auf, so dass die Befruchtung im Maul erfolgt. Die Maulbrutpflege dauert etwa drei Wochen, wobei die Weibchen keine Nahrung zu sich nehmen. Die Anzahl der Jungen beträgt je nach Größe des Weibchens zwischen 5 und 15.

Placidochromis electra "blue hongi"

Placidochromis gehört zu den endemisch lebenden, lippfischartigen Buntbarschen aus dem Malawisee (um Likoma Island). Sie werden zwischen 12 und 17 cm groß. Männchen (Bild links oben) werden sehr farbenprächtig (auch hier herrscht überwiegend die Farbe Blau vor) während die Weibchen unscheinbarer werden (Silber mit Schwarz, Bild links unten). Sie sind Allesfresser, allerdings sollte man auch bei dieser Fischart beachten, dass bei zu häufiger Fütterung die Fische träge werden und verfetten ("Hungertag"!). Die Männchen sind nicht sehr revierbildend, sondern streifen im See umher (Sand/Übergangszone). Im Aquarium sollte man die Haremshaltung bevorzugen. Auch diese Art ist ein Maulbrüter und eine relative friedliche Art. Dies sollte man beim Besatz berücksichtigen. Bei uns ist diese Art mit AUOLONOCARA vergesellschaftet und dies funktioniert wunderbar.

Protomelas taeniolatus boadzulu

Diese Fischart gehört zu den Non-Mbunas und kommt eigentlich im kompletten Malawi-See vor. Die Art kann eine Größe von bis zu 18cm erreichen. Protomelas taeniolatus boadzulu ist strikt an das Felsbiotop gebunden, aufgrund dessen gibt es zahlreiche Varianten. Das diese Art an das Felsbiotop gebunden ist, erkennt man auch daran, dass die Männchen selten eine Sandkuhle "bauen" um das Weibchen dort zur Paarung zu bewegen, sondern dass die Männchen einen Fels "putzen" und dort dann mit dem Weibchen die Paarung "tanzen". Dies konnten wir oft genug in unseren Aquarien beobachten. Die Männchen dieser Art haben ein mehr oder weniger stark ausgeprägtes rot/orange Farbkleid  und werden daher auch manchmal als „Red Empress" bezeichnet. Die Weibchen dieser Gattung sind silbrig glänzend mit einem schwarzen waagrechten Strich in der Körpermitte, von dem senkrechte Liminien ausschweifen. Relativ friedfertige Fischart, der nur in der Balzzeit andere Fische aus seiner auserwählten Umgebung vertreibt. 

 


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